Wer Benzin oder Diesel sparen möchte, sollte zuerst den eigenen Verbrauch kennen. Schon vor der nächsten Fahrt lassen sich Reifendruck, unnötige Last und die geplante Strecke prüfen. Unterwegs beeinflussen vor allem Tempo und vorausschauendes Fahren, wie viel Kraftstoff das Auto benötigt. Wie groß die Ersparnis tatsächlich ist, hängt vom Fahrzeug, der Strecke und den Fahrbedingungen ab.
Vor der Fahrt: Reifendruck und Ladung prüfen
Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand. Prüfen Sie den Druck möglichst bei kalten Reifen und richten Sie sich nach den Angaben des Fahrzeugherstellers. Diese stehen häufig im Türrahmen, an der Tankklappe oder in der Betriebsanleitung. Bei voller Beladung können andere Werte gelten. Ein höherer Druck als empfohlen ist keine sinnvolle Sparmaßnahme.
Auch Gewicht und Luftwiderstand zählen. Räumen Sie Gegenstände aus dem Kofferraum, die Sie längere Zeit nicht brauchen. Entfernen Sie einen Dachträger oder eine Dachbox nach Gebrauch: Beides kann den Luftstrom verändern, besonders bei höherem Tempo. Sicherheitsausrüstung und Dinge, die Sie für die Fahrt benötigen, bleiben selbstverständlich an Bord.
Bei kurzen Wegen lohnt ein Blick auf die Strecke. Ein kalter Motor erreicht seinen günstigen Betriebszustand erst nach einiger Fahrzeit; viele einzelne Kurzstrecken können deshalb den Durchschnittsverbrauch erhöhen. Wenn es zum Alltag passt, bündeln Sie Erledigungen zu einer Fahrt. Sehr kurze Wege lassen sich manchmal zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen.
Unterwegs: Gleichmäßig fahren und Tempo anpassen
Vorausschauendes Fahren bedeutet, den Verkehr früh zu beobachten und unnötiges Beschleunigen und Bremsen zu vermeiden. Wer vor einer roten Ampel rechtzeitig vom Gas geht, nutzt die vorhandene Bewegung länger. Halten Sie dabei ausreichend Abstand und bremsen Sie immer dann, wenn die Verkehrslage es verlangt. Sparen darf nie zulasten der Sicherheit gehen.
Beschleunigen Sie ohne unnötig hohe Drehzahlen und nutzen Sie bei einem Schaltwagen einen passenden Gang. Die konkrete Schaltweise hängt vom Motor und den Angaben des Herstellers ab. Bei Automatikfahrzeugen kann ein vorhandener Eco-Modus helfen, sofern das Auto damit im Verkehr angemessen reagiert. Den Motor während der Fahrt auszuschalten, ist keine Spartechnik.

Auf Landstraße und Autobahn macht das Tempo einen Unterschied: Mit steigender Geschwindigkeit nimmt der Luftwiderstand deutlich zu. Eine etwas niedrigere, möglichst gleichmäßige Reisegeschwindigkeit kann daher Kraftstoff sparen. Wie viel, lässt sich ohne Fahrzeug und Strecke nicht seriös beziffern. Planen Sie bei längeren Fahrten lieber etwas Zeit ein, statt die mögliche Ersparnis durch späteres starkes Beschleunigen wieder aufzuheben.
Klimaanlage nutzen, ohne den Komfort zu vernachlässigen
Eine Klimaanlage benötigt Energie und kann dadurch den Kraftstoffverbrauch erhöhen. Schalten Sie sie nach Bedarf ein, statt sie grundsätzlich zu meiden: Gute Sicht und eine angenehme Temperatur sind wichtiger als eine geringe Ersparnis. Beschlagene Scheiben müssen frei werden; bei großer Hitze kann Kühlung die Konzentration unterstützen.
Ein stark aufgeheiztes Auto können Sie vor Fahrtbeginn kurz durchlüften. Danach helfen eine maßvolle Temperatureinstellung und die Automatikfunktion, falls vorhanden. Auch offene Fenster können bei höherem Tempo den Luftwiderstand erhöhen. Ob Fenster oder Klimaanlage günstiger sind, hängt von Geschwindigkeit, Wetter und Fahrzeug ab. Beobachten Sie deshalb den Verbrauch über mehrere vergleichbare Fahrten, statt aus einer einzelnen Anzeige einen festen Wert abzuleiten.
Den Verbrauch pro 100 Kilometer selbst berechnen
Die Anzeige im Auto liefert eine Orientierung. Für eine eigene Rechnung notieren Sie beim Tanken den Kilometerstand und die nachgefüllten Liter. Tanken Sie beim nächsten Mal unter möglichst ähnlichen Bedingungen wieder voll. Teilen Sie die dann getankten Liter durch die gefahrenen Kilometer und multiplizieren Sie das Ergebnis mit 100. So erhalten Sie den Verbrauch in Litern pro 100 Kilometer.
Beispiel: Zwischen zwei Tankvorgängen fahren Sie 600 Kilometer und tanken anschließend 42 Liter nach. Die Rechnung lautet 42 ÷ 600 × 100 = 7 Liter pro 100 Kilometer. Bei einem lediglich angenommenen Preis von 1,80 Euro je Liter ergäben sich 12,60 Euro Kraftstoffkosten pro 100 Kilometer. Das ist ein Rechenbeispiel, kein aktueller Tankstellenpreis.

| Angenommener Verbrauch | Liter für 1.000 km | Kosten bei angenommenen 1,80 €/l |
|---|---|---|
| 6 l/100 km | 60 l | 108 € |
| 7 l/100 km | 70 l | 126 € |
| 8 l/100 km | 80 l | 144 € |
Die Tabelle zeigt, was ein Unterschied von einem Liter pro 100 Kilometer auf 1.000 Kilometern rechnerisch bedeutet: In diesem Beispiel sind es 18 Euro. Der tatsächliche Betrag verändert sich mit dem Kraftstoffpreis. Vergleichen Sie Verbrauchswerte möglichst über mehrere Tankfüllungen und bei ähnlichen Strecken. Wetter, Stau, Beladung und Fahrprofil können das Ergebnis verschieben.
Vor dem Tanken Preis und Umweg zusammen betrachten
Prüfen Sie vor der nächsten Fahrt den aktuellen Preis für Benzin oder Diesel an Tankstellen entlang Ihrer ohnehin geplanten Route. Informationen zur Preistransparenz bei Kraftstoffen bietet die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe der Bundesnetzagentur. Für die konkrete Entscheidung zählen der angebotene Preis, Ihre benötigte Tankmenge und ein möglicher Umweg.
Rechnen Sie auch hier einfach nach: Ein Preisunterschied von drei Cent je Liter spart bei 40 Litern 1,20 Euro. Erfordert die günstigere Tankstelle dafür zusätzliche Kilometer, Zeit oder einen Umweg durch dichten Verkehr, kann der Vorteil schrumpfen. Der niedrigste angezeigte Literpreis ist daher nicht automatisch die günstigste Wahl für die gesamte Fahrt.
Für den nächsten Vergleich genügen drei Schritte: Reifendruck und Ladung prüfen, den Preis auf der Route ansehen und beim Tanken Kilometerstand sowie Liter notieren. Nach einigen Tankfüllungen erkennen Sie besser, welche Änderungen bei Ihren üblichen Fahrten tatsächlich etwas bringen.
Quelle: Bundesnetzagentur
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Quellenprüfung So rechnen Sie nach
Die Kostenbeispiele verwenden einen ausdrücklich angenommenen Literpreis; aktuelle Preise sollten vor dem Tanken verglichen werden.
- Verbrauch aus getankten Litern und gefahrenen Kilometern berechnen.
- Kraftstoffpreis für Tankstellen entlang der geplanten Route vergleichen.
- Einen zusätzlichen Umweg in die Kostenentscheidung einbeziehen.
- Quelle
- Bundesnetzagentur: Markttransparenzstelle für Kraftstoffe
- Umfang
- Deutschland
- Aktualisiert
- 2026-09-23 07:55
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