2026-08-05 Aktuelle Nachrichten, Wirtschaft und Politik aus Deutschland.
Ein von Hand bemaltes Pappschild mit der Aufschrift Climate Justice Now auf einer Demonstration.

So machen Regensburgs Schüler Klimaschutz greifbar

Die Berufliche Oberschule Regensburg hat den Öko-Schulpreis für das Schuljahr 2025/2026 gewonnen. Ausschlaggebend waren zahlreiche konkrete Projekte: Die FOS/BOS verbindet Tauschaktionen, Abfallsammlung und Unterricht über Konsum, Ernährung sowie Rohstoffkreisläufe zu einem umfassenden Nachhaltigkeitsprogramm.

Am Wettbewerb der Stadt Regensburg nahmen 22 der 36 kommunalen Schulen teil. Platz zwei ging an das Goethe-Gymnasium, Platz drei an die Grundschule Burgweinting. Die Ergebnisse wurden am 3. August 2026 veröffentlicht.

Von der Redaktion von Bocian-Montagen.de. Grundlage dieses Berichts ist die Pressemitteilung der Stadt Regensburg vom 3. August 2026.

FOS/BOS verbindet Unterricht und praktische Projekte

An der erstplatzierten Beruflichen Oberschule reicht das Engagement vom internen Büchertauschregal bis zu einer Kleidertauschparty. Eine Handysammelaktion unterstützt den NABU, während Pfandtonnen Erlöse für soziale Zwecke liefern. In Upcycling-Workshops beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler damit, wie gebrauchte Materialien weiterverwendet werden können.

Die schulinterne Zukunftsakademie überträgt diese Ansätze in den Unterricht. Fächerübergreifend wurden Rohstoffketten, Elektromobilität und Kreislaufwirtschaft behandelt. Weitere Einheiten untersuchten die ökologischen und sozialen Folgen von Massentierhaltung und Lebensmittelverschwendung.

So machen Regensburgs Schüler Klimaschutz greifbar

Damit wird Nachhaltigkeit nicht auf einzelne Aktionstage begrenzt. Die Jugendlichen verfolgen den Weg von Rohstoffen, hinterfragen Konsumentscheidungen und erproben an ihrer Schule konkrete Möglichkeiten zur Wiederverwendung und Abfallvermeidung.

Ernährung prägt die ausgezeichneten Schulprojekte

Der Wettbewerb orientiert sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Im Schuljahr 2025/2026 stand das Ziel „Kein Hunger“ im Mittelpunkt. Dazu gehören Ernährungssicherheit, gesunde Ernährung und nachhaltige Landwirtschaft.

Das zweitplatzierte Goethe-Gymnasium griff diesen Schwerpunkt mit einer bio-zertifizierten Mensa, Koch-Workshops und Aktionstagen gegen Lebensmittelabfälle auf. Das Nachhaltigkeitsprofil umfasst außerdem ein digitales Bildungsnetzwerk mit einer Partnerschule in Südkorea und ein Schulbiotop mit fünf Bienenvölkern.

Die „Goethe-Waldgruppe“ verkauft Recycling-Schulhefte und erzielt nach Angaben der Stadt jährlich rund 2.500 Euro für das Regenwaldschutzprojekt OroVerde. Gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt entstanden zudem mikrocontrollergesteuerte Messstationen für Wasserpegel an der Schwarzen Laber. Ausgebildete Schüler-Energiemanager ergänzen die praktischen Aktivitäten im Schulalltag.

So machen Regensburgs Schüler Klimaschutz greifbar

Schulgarten und autofreie Wege in Burgweinting

An der Grundschule Burgweinting, die den dritten Platz erreichte, beginnt Umweltbildung bereits im Schulgarten. Die Kinder arbeiteten dort ganzjährig und nahmen an Aktionstagen mit einer Bio-Bäuerin und einem Imker teil. Im Unterricht ging es um gesunde Ernährung und die Vermeidung unnötiger Verpackungen.

Auch heimische Ökosysteme wurden praktisch erfahrbar gemacht. Die Klassen zogen Distelfalter auf und erarbeiteten Grundlagen über Wiesen und Hecken. Beim Thema Mobilität beteiligte sich die Schule an der Aktionswoche „In die Schule geh’ ich gern“, führte Fahrradtrainings durch und nahm am Stadtradeln teil.

Öko-Schulprogramm besteht seit 1999

Regensburg zeichnet schulisches Umweltengagement seit 1999 mit dem Öko-Schulprogramm aus. Bewertet werden nicht allein Projekte und Exkursionen. Auch der laufende Schulbetrieb zählt, darunter die Einsparung von Energie und Abfall im Gebäude sowie die Einbindung des Hausmeisterpersonals.

Der aktuelle Durchgang zeigt dadurch unterschiedliche Ebenen schulischer Nachhaltigkeit: Jugendliche untersuchen globale Rohstoffketten, organisieren lokale Tauschsysteme und entwickeln technische Messstationen; jüngere Kinder lernen im Garten, bei der Schmetterlingsaufzucht und auf dem Fahrrad. Insgesamt beteiligten sich mehr als drei Fünftel der kommunalen Regensburger Schulen am Wettbewerb.

Quelle: City of Regensburg Press Releases

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