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Eine Gruppe von fünf Personen steht auf einer Steintreppe vor einem historischen Steingebäude.

Was alte Zahlen über Aachens Alltag verraten

Von der Redaktion Bocian-Montagen.de | 3. August 2026

125 Jahre, rund 35.000 Zählkarten und 3.070 erfasste Arbeitgeber: Diese Zahlen markieren die Anfänge der Statistikstelle der Stadt Aachen. Seit dem 1. August 1901 sammelt sie Daten, die zeigen sollen, wie sich die Stadt entwickelt und wo Verwaltung, Politik oder Wirtschaft handeln müssen.

Verlässliche Zahlen für eine wachsende Stadt

Den Grundstein legte die Aachener Stadtverordnetenversammlung am 23. November 1900. Auf Antrag von Oberbürgermeister Philipp Veltman beschloss sie die Einrichtung eines statistischen Amtes. Die Leitung übernahm Dr. Max Mendelsohn, zuvor Assistent bei der Handelskammer.

Was alte Zahlen über Aachens Alltag verraten

Das Amt sammelte das statistische Material der Stadt, führte Schöffen- und Wahllisten und stellte den Verwaltungsbericht zusammen. Der Anlass war praktisch: Eine rasch wachsende Stadt ließ sich ohne geordnete Daten zu Bevölkerung, Arbeit, Wohnen und Versorgung kaum verlässlich verwalten.

Monatsberichte zeichneten den Aachener Alltag nach

Ab 1902 erfassten die Statistischen Monatsberichte unter anderem Zu- und Abwanderung, Sterblichkeit, Arbeitsmarkt, Bautätigkeit, Krankenhausnutzung, Fleischpreise und Theaterbesuche. Auch Besuche in Museum, Stadtbibliothek, Volksbädern sowie Wetterbeobachtungen flossen ein.

Was alte Zahlen über Aachens Alltag verraten

Besonders aufwendig war die frühe Arbeiterstatistik. Aus An- und Abmeldungen der Krankenkassen leitete das Amt den Beschäftigungsgrad einzelner Gewerbe ab. Die rund 35.000 Zählkarten ermöglichten damit Hinweise auf wirtschaftliche Veränderungen, waren aber keine mit heutigen Methoden vergleichbare Arbeitslosenstatistik.

Trotz Volks-, Wohnungs- und Viehzählungen blieb das Team klein: Neben Direktor und Sekretär arbeiteten je nach Aufgabe fünf bis zwölf Hilfskräfte. Ab 1903 saß das Amt im Verwaltungsbau an der Klostergasse, der heutigen Johannes-Paul-II-Straße.

Was alte Zahlen über Aachens Alltag verraten

Aus Zählkarten wurden Planungsgrundlagen

Heute analysiert und visualisiert die Statistikstelle Bevölkerungsentwicklung, Bautätigkeit, Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Schülerzahlen. Ihre Auswertungen dienen innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung als Grundlage für Planung und Entscheidungen.

Im Jubiläumsjahr veröffentlicht Aachen eine fortlaufende Zahlenreise zur Entwicklung der Kaiserstadt – von Flächenveränderungen bis zu den Zuschauerzahlen bei Alemannia-Heimspielen. Weitere Teile der Reihe sollen regelmäßig bis August 2027 erscheinen.

Quelle: City of Aachen Press Releases

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