2026-07-29 Aktuelle Nachrichten, Wirtschaft und Politik aus Deutschland.
Eine Frau in einem historischen roten Kleid trägt ein Stück rohes Fleisch als Kopfbedeckung.

Serving Gender in Chemnitz: Kunst über Essen bis 1. November

Im Museum Gunzenhauser in Chemnitz widmet sich die Ausstellung „Mahlzeit! Serving Gender“ vom 4. Juli bis 1. November 2026 den Verbindungen zwischen Essen, Geschlechterrollen und Fürsorge. Die Ausstellung richtet sich an die breite Öffentlichkeit, Familien und Kunstinteressierte. Ein Eintrittspreis und Buchungsinformationen sind in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

Wenn Kochen zur gesellschaftlichen Rolle wird

„Serving Gender“ ist der zweite Teil der dreiteiligen Ausstellungsreihe „Mahlzeit!“, mit der das Museum Gunzenhauser 2026 Essen in der Kunst untersucht. Im Mittelpunkt stehen Frauen als zentrale Ernährerinnen der Gesellschaft und die häufig unsichtbare, unbezahlte Care-Arbeit rund um Nahrung.

Die Ausstellung fragt, wer Nahrung zubereitet, wer in solchen Situationen dargestellt wird und welche Erwartungen an weibliche Fürsorge am Esstisch entstehen. Auch der Umgang mit Appetit sowie die Kontrolle und Disziplinierung weiblicher Körper gehören zu den Themen.

Ausgangspunkt sind Werke aus dem Bestand der Kunstsammlungen Chemnitz, ergänzt durch Leihgaben zeitgenössischer Kunst. Der zeitliche Bogen reicht vom 17. Jahrhundert über feministische Positionen der 1970er-Jahre bis in die Gegenwart.

Serving Gender in Chemnitz: Kunst über Essen bis 1. November

Von Martha Rosler bis zur zeitgenössischen Kunst

Zu sehen sind unter anderem Textilkunst, Malerei, Druckgrafik, Fotografie und Videoarbeiten. Genannt werden Werke von Sophia Süßmilch, Ivonne Thein, Henriette Grahnert, Julia Kissina, Eliane Diur und Fern Liberty Kallenbach Campbell. Auch Martha Roslers Videoarbeit „Semiotics of the Kitchen“ aus den feministischen Positionen der 1970er-Jahre wird im Ausstellungskontext hervorgehoben.

Die Motive reichen von Evas Apfel als Ursprungsmythos weiblicher Verantwortung bis zur Muttermilch als Sinnbild biologischer und sozial erwarteter Fürsorge. Dadurch verbindet die Schau historische Darstellungen mit aktuellen Fragen zu Arbeit, Körpern und sozialen Rollen.

Führungen, Workshops und Lesung im Museum Gunzenhauser

Begleitend sind zahlreiche Termine vorgesehen. Dazu gehören öffentliche Führungen, englischsprachige Rundgänge, Familienführungen und Kuratorinnenführungen mit Pauline Tigges. Außerdem stehen eine Führung für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung sowie besondere Formate mit dem Jugendrat Alfreds Crew und eine Führung in Drag auf dem Programm.

Serving Gender in Chemnitz: Kunst über Essen bis 1. November

Für Familien gibt es im Sommerferienprogramm Workshops wie „Vom TetraPak zur Druckplatte“. Am 10. Oktober folgt der Workshop „Zines als kreative Praxis“ mit Julia Koschler. Eine Lesung mit Alida Bohnen aus „Der Teller“ von Annabelle Hirsch ist für den 20. August angekündigt.

Termine und Planung für den Besuch

Die Ausstellung ist vom 4. Juli bis 1. November 2026 im Museum Gunzenhauser in Chemnitz zu sehen. Öffentliche Führungen finden unter anderem am 23. und 30. August sowie am 5., 6., 12., 13., 19., 20. und 27. September statt. Eine Kuratorinnenführung ist für den 4. September um 16:30 Uhr und eine weitere für den 24. Oktober um 16 Uhr vorgesehen.

Die vorliegenden Veranstaltungsangaben enthalten keinen Eintrittspreis, keine Buchungsregelung und keine Verkehrs- oder Adresshinweise. Für die konkrete Besuchsplanung sind daher die jeweils veröffentlichten Termininformationen der Kunstsammlungen Chemnitz maßgeblich.

Source: Kunstsammlungen Chemnitz – Ausstellungen

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