Am Lucie-Flechtmann-Platz verschwindet das letzte große Pflasterfeld: Ab Montag, 3. August 2026, wird der rund 700 Quadratmeter große Bereich an der Westerstraße entsiegelt. An seiner Stelle entsteht die „Kleine Lucie“ – ein Piko-Park mit mehr Schatten, Lebensräumen für Tiere und Platz für die Nachbarschaft. Interessierte können sich während der Bauphase an vier Mitmachbaustellen beteiligen.
Von der Redaktion von Bocian-Montagen.de
Stand: 30. Juli 2026. Grundlage dieses Berichts sind die Projektangaben der Freien Hansestadt Bremen.
Aus Pflaster wird ein vielfältiger Nachbarschaftspark
Noch bestimmen graue Steine und Beton den letzten ungestalteten Abschnitt des Platzes. Nach der Entsiegelung soll er an den Gemeinschaftsgarten des Projekts „Ab geht die Lucie!“ angeschlossen werden.
Geplant sind Sitzgelegenheiten, Trockenmauern, Totholzbereiche, ein Sandarium sowie Nisthilfen für Insekten und Vögel. Hecken, Sträucher, Stauden und kleine Wiesen ergänzen die vorhandenen Amberbäume. Ein Hauptweg und ein Nebenweg werden mit einer wassergebundenen, also nicht vollständig versiegelten Oberfläche durch den Piko-Park führen.
Damit verändert sich auch die Nutzung des Lucie-Flechtmann-Platzes. Die neue Fläche soll Aufenthaltsort, Gemeinschaftsraum und Lebensraum zugleich werden. Zusätzliche Pflanzen und entsiegelter Boden können Schatten schaffen, Regen aufnehmen und die Aufheizung des Platzes mindern.
Eine 15.000-Liter-Zisterne sammelt Regenwasser
Unter der Fläche ist eine Zisterne mit einem Volumen von 15 Kubikmetern vorgesehen – das entspricht 15.000 Litern. Sie soll den neuen Park und den angrenzenden Garten mit Regenwasser versorgen.
Das Wasser kommt vom Dach des benachbarten Unternehmens KSB Service GmbH und wird über die Grundstücksgrenze hinweg in den Speicher geleitet. Bremen erprobt damit ein grundstücksübergreifendes Regenwassermanagement. Neben der Bewässerung soll die Anlage bei Starkregen dazu beitragen, weniger Wasser unmittelbar in die Kanalisation abzuführen.
Die Planung erfolgt gemeinsam mit dem Amt für Straßen und Verkehr, Hansewasser Bremen GmbH und Wesernetz Bremen GmbH. Umweltsenatorin Henrike Müller verbindet das Vorhaben mit drei konkreten Zielen: bessere Bedingungen für die Artenvielfalt, ein angenehmeres Mikroklima und eine Entlastung bei Hitze und Starkregen.
Vom Tiefbau bis zur Bepflanzung: der Zeitplan
Zum Baustart am 3. August beginnen die Tiefbauarbeiten. Zunächst werden Pflaster und weitere versiegelte Oberflächen entfernt, anschließend wird neuer Boden aufgetragen. Danach folgen der Bau der Trockenmauern und die Bepflanzung.
Der Einbau der Zisterne ist für September vorgesehen. Nach dem derzeitigen Projektplan soll die Kleine Lucie im Oktober 2026 fertiggestellt sein. Dieser Termin steht unter dem Vorbehalt des weiteren Bauverlaufs.
Die Projektleitung liegt beim Verein Kultur-Pflanzen e.V. Das Regionalbüro Natürlicher Klimaschutz im Land Bremen übernimmt koordinierende Aufgaben. Der überwiegende Teil der Kosten wird über Bundesmittel aus dem Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ getragen. Den Eigenanteil finanziert die Umweltbehörde aus Mitteln der städtischen Biodiversitätsstrategie; die Zisterne wird aus dem Länder-und-Kommunal-Infrastrukturgesetz bezahlt.
Vier Mitmachbaustellen öffnen das Projekt für Anwohner
Der Lucie-Flechtmann-Platz wird bereits seit 2013 von Kultur-Pflanzen e.V. und Menschen aus der Nachbarschaft gestaltet. Aus einer zuvor kaum genutzten Fläche entstanden ein Treffpunkt und der Gemeinschaftsgarten „Ab geht die Lucie!“. Der neue Piko-Park schließt nun die verbliebene versiegelte Fläche an dieses Gelände an.
Während der Bauphase sind vier Mitmachbaustellen geplant. Dort können Interessierte selbst an der Umgestaltung mitarbeiten und einzelne Arbeitsschritte kennenlernen. Die konkreten Termine will das Projekt rechtzeitig über seine Website bekannt geben.
Die Kleine Lucie gehört zur stadtweiten Aktion „Bremen pflastert ab!“, die private Haushalte, Unternehmen und Vereine zur Entsiegelung und Begrünung von Flächen aufruft. Für Anwohner, die mitarbeiten möchten, ist die Veröffentlichung der vier Baustellentermine der nächste bestätigte Schritt.
Quelle: Free Hanseatic City of Bremen Press Releases
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Quellenprüfung Quellennachweis
Termine, Flächengröße, Ausstattung und Projektzuständigkeiten wurden anhand der Bremer Senatspressemitteilung vom 30. Juli 2026 aufbereitet.
- Baustart am 3. August 2026 und geplante Fertigstellung im Oktober abgeglichen
- Entsiegelungsfläche von rund 700 Quadratmetern und Zisternenvolumen von 15 Kubikmetern gep...
- Vier angekündigte Mitmachbaustellen und die Projektleitung durch Kultur-Pflanzen bestätigt
- Finanzierungswege und beteiligte Infrastrukturunternehmen der Quelle zugeordnet
- Quelle
- Freie Hansestadt Bremen – Senatspressestelle
- Umfang
- Bremen
- Aktualisiert
- 2026-07-30 16:56
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